Wo stehen wir in Bonn?

Wo stehen wir in Bonn?

Wo stehen wir in Bonn?Auf den Bildern können Sie unter anderem sehen, das in Bonn auf den Anzeigetafeln zur Bus- und Bahn Abfahrt immer wieder „Unregelmäßigkeiten und Verspätungen auf der Linie XY “ angezeigt werden. Auch das Wort „Stau“ ist häufig zu lesen.

Bewaffnet mit Kamera und Stativ begab ich mich auf den Weg, um den Grund für diese Anzeigen zu ermitteln. Mein Weg führte mich zuerst auf die Bornheimer Straße, hier müssen die Linien 604 und 605, von der Heerstraße kommend, in die Bornheimer Straße einbiegen, bei Stau eine schwierige Angelegenheit. Mit dem Einfädeln und dem „befahren“ der Bornheimer Straße gehen „schnell“ mal 5 Minuten für eine Strecke von guten 200 Metern   vorbei. Eine Geduldsprobe für Fahrer*in und Fahrgäste.

Zumindest das Einfädeln könnte vereinfacht werden, indem die an der Einmündung Heerstraße befindliche Fußgängerampel in die Vorrangschaltung des Busses mit einbezogen würde, und sich die Wo stehen wir in Bonn?Autofahrer an die weiße Linie vor der Heerstraße halten würden. Den Stau in der Bornheimer Straße zu verhindern, bedarf es einer größeren Anstrengung. Der Autoverkehr könnte weiter über den Heinrich Böll Ring geleitet werden, die Linksabbiegemöglichkeit in die Bornheimer Straße, von Verteilerkreis kommend, müsste wegfallen.

Ein weiteres Nadelöhr ist die Einfädelung vom Bertha von Suttner Platz kommend, auf die Kennedybrücke Richtung Beuel; obwohl hier eine extra Spur für die Bahnen installiert ist, müssen die Busse sich in den Stau der Autos einfädeln und mit diesen im Schritttempo die Kennedybrücke befahren.

Wo stehen wir in Bonn?Warum nutzen die Busse nicht die Sonderspur , um am Ende der Spur, wie die Bahnlinie 62, mittels Vorrangschaltung in die Friedrich Breuer Straße fahren? Das gleiche würde auch umgekehrt funktionieren.

Fahren wir weiter mit der Linie 66 in Richtung Siegburg, kommen wir in Höhe der Combahnstraße bei jeder Fahrt, zu jeder Zeit in eine brenzlige Situation, denn die linke Spur der Autos führt auf die Bahngleise, denn an diesem Punkt verlässt die Bahn ihren eigenen Bahnkörper. Auch auf den Gleisen stehende Linksabbieger lassen die Bahn immer wieder unnötig bremsen. Die Ampel an der Combahnstraße könnte so geschaltet werden, dass die Autos erst nach passieren der Bahn grün bekommen, der Linksabbiege-verkehr könnte schon am KA Platz über die Friedrich Breuer Strasse und an der Post vorbei umgeleitet werden.

Wo stehen wir in Bonn?Zu Berufsverkehrszeiten steht die 66 in Folge auf guten 200 Metern mit dem Auto im Stau. Hier wäre ein eigener Bahnkörper bis zur Königswinterer Straße wünschenswert, durch reduzieren von zwei auf eine Fahrspur fürs Auto realisierbar, ohne mehrere Häuser abzureissen.

Und bevor Sie nun aufgrund der ganzen Stauberichte vor dem Bildschirm einschlafen, machen wir mal was zur Auflockerung. Von welcher Stelle in Bonn hat der Fotograf die Aufnahme auf dem Kopfzeilenbild (ganz oben) gemacht? Originelle und weitere Lösungen können Sie mir unter dem Stichwort „Jürgens Rätsel“ gerne an: verkehrswende@bonnlab.de senden.

Kommen wir nun zur Kölnstraße, hier steht die neu erschaffene Linie 632 vom Venusberg zum Beueler Bahnhof mehrfach im Stau, hier sehe ich leider keine kurzfristige Lösung.

Auch die Mittelstrasse mit der Linie 610 ist immer gerne eine Bremse, in der Folge als Ludwig Erhardt Allee noch für die Linie 611.

Wo stehen wir in Bonn?Obwohl das Ende der Fahnenstange garantiert noch nicht erreicht ist, belassen wir es einmal dabei, denn das Thema ist nicht sonderlich erbaulich. Sicher kennen auch Sie tägliche Staupunkte, die Sie mir gerne unter Verkehrswende@bonnlab.de mitteilen können, unter dem Stichwort „Jürgens Stau in Bonn“.

Die oben erwähnten Lösungen sind ausschließlich zur schnellen und vorläufigen Entlastung des Verkehrs gedacht, denn das Erreichen einer lebenswerten und angenehmen Stadt Bonn bedarf eines radikalen Umdenkens in der Verkehrspolitik. Mit großem Platzangebot versehene Park & Ride Plätze in verkehrsmäßig gut angebundener Umgebung müssen installiert werden, aber auch kleinere Plätze, damit der Weg für jede*n nicht zu lange wird. Da das Platzangebot im Bonner Stadtgebiet sehr begrenzt ist, muss der Rhein Sieg Kreis mit einbezogen werden. Das möge nicht als Bittsteller Bonn geschehen, sondern als Partner, denn der Rhein Sieg Kreis profitiert vom Arbeitsplatzangebot der Stadt Bonn.

Bus und Bahn als auch Seilbahn müssen so attraktiv gemacht werden, das die Autofahrer*innen gerne umsteigen. Hierzu zählen zum Einen Schnelligkeit und reichliches Platzangebot in Bus und Bahn, zum Anderen müssen die Fahrer*innen von Bus und Bahn leistungsgerecht bezahlt werden, und nicht wie Wo stehen wir in Bonn?heute, unterschiedliche Bezahlung für gleiche Arbeit. Auch die Arbeitsbedingungen für das Bus- und Bahnpersonal müssen anders gestaltet werden, denn die Krankenstände bei den Bus- und Bahnfahrer*innen sind erheblich. Auch beim Rollmaterial liegen Verbesserungen an, die Wartung der Fahrzeuge scheint im argen zu liegen, denn immer wieder findet sich ein liegengebliebenes Fahrzeug im Bonner Stadtbereich. Die Installation neuer Straßenbahnlinien ist unabdingbar, denn diese sind mit Abstand die umweltfreundlichsten Massentransportmittel nach dem Fußgänger und dem Fahrrad. Viele Städte haben dieses erkannt und investieren inzwischen in neue Linien, dieses ist mir einen weiteren Donnerstagbericht wert.

Die Fahrrad Infrastruktur der sogenannten „fahrradfreundlichen Stadt Bonn“ muss ebenfalls ausgebaut werden, damit nicht jede Fahrt mit dem Fahrrad das Risiko eines Krankenhausaufenthaltes mit sich bringt. Hier hakt es in Bonn gewaltig, wenn ich die mir Ausschusssitzung vom 20.2.2019 vor Augen führe.

Ich hoffe, mit diesem Artikel Ihr Interesse am Ausbau von Bus und Bahn geweckt zu haben, und den Stadtwerken Bonn- Bus und Bahn bei der Identifizierung der Schwachpunkte in Bonn geholfen zu haben, und der Bonner Politik gezeigt zu haben, das sie teilweise auf einem guten Weg ist.

Ich danke „PIXABAY“ für das Bild der Strassenbahn

Ihr Jürgen Huber