Umweltfreundliche Elektrobusse?

Umweltfreundliche Elektrobusse?

Ist die ganze Elektromobilität wirklich nur das batteriebetriebene Fahrzeug, und ist es tatsächlich so umweltfreundlich, wie man es uns hierzulande verkaufen möchte? Dem möchte ich hier nachgehen!

 

Auf diversen öffentlichen Sitzungen im Stadthaus, denen ich als Zuschauer beiwohnte, meinte ich herausgehört zu haben, das zum einen unser Oberbürgermeister das Ziel erklärt hat, bis 2030 die gesamte Busflotte der Stadtwerke Bonn-Bus und Bahn auf Elektromobilität umzustellen. Zum anderen meinte ich vernommen zu haben, das die Elektromobilität auf akkuangetriebenen Fahrzeugen basieren soll, aber auch das Prinzip Hoffnung, das sich bis dahin die serienreife dieser Fahrzeuge verbessert haben könnte.

Umweltfreundliche Elektrobusse?Schauen wir doch einmal genauer auf das batteriegetriebene Fahrzeug: Unter der Erde in den Ländern Chile, Bolivien und Argentinien, befindet sich ein großer Teil des Rohstoffes für die heutigen Lithium Akkus, die unsere Elektromobilität überhaupt erst möglich machen, das Lithiumcarbonat. Millionen Liter Grundwasser werden in große künstliche Becken gepumpt, in denen es langsam unter der heißen Sonne verdunstet. Sind zwei Millionen Liter Grundwasser eingesetzt, bleiben u.A. ein Kilogramm Lithium übrig. In einem Elektrofahrzeug mit Batterieantrieb werden im Schnitt 150 Gramm Lithium pro Kilowattstunde (KWH) benötigt, in einem PKW haben wir Batterien von 17 KWH bis zu 100 KWH verbaut, ein Linien Bus hat eine Kapazität von ca 300 – 400 KWH.

Wenn in Gebieten, die als niederschlagsärmste Gegenden der Welt bezeichnet werden, solche Mengen an Grundwasser abgepumpt werden, muss das Folgen haben; so sinkt seit Beginn des Abbaus ständig der Grundwasserspiegel. Die Flüsse trocknen aus, Weideland vertrocknet. Des einen Freude ist des anderen Leid, verdienen die Arbeiter*innen durch den Abbau das dreifache des in der Gegend normalen Lohns, so verlieren die Bauern ihre Existenzgrundlage, einige seltenen Tierarten sterben aus.

Auch beim Abtransport des Rohstoffes durch LKW entstehen riesige Staubwolken, die sich nicht nur auf das Weideland niederlegen.

Umweltfreundliche Elektrobusse?Es ist ja nicht so, das die Elektromobilität nur auf das Batteriefahrzeug beschränkt ist, es sind andere, umweltfreundlichere Lösungen möglich.

Ein provokanter Vorschlag wäre, die vor Jahrzehnten eingestellten Oberleitungsbuslinien in Bonn wieder zu Reaktivieren.

Auch die im Lead City Plan der Stadt Bonn erwähnten Maßnahmen:

Hardtbergbahn ( https://bonnlab.de/die-hardtbergbahn-soll-kommen/) sollte schnellstens gebaut werden.

Umweltfreundliche Elektrobusse?Eine Verlängerung der Stadtbahn bis Mehlem, eine Strassenbahn nach Holzlar, die Verlängerung der Linie 61 von Auerberg bis Buschdorf, in die andere Richtung von Dottendorf über Friesdorf nach Godesberg, die rechtsrheinische Stadtbahnverbindung zwischen Köln und Bonn und eine Verbindung zwischen dem Flughafen und dem Bonner HBF mit einer Mehrzweckbahn, die auf DB Gleisen und Stadtbahngleisen fahren kann, haben nach meiner Meinung höchste Priorität! Hier ist noch zu bemerken, dass die Stadtwerke den Auftrag der Politik erfüllen muss!

Ist die batteriebasierte Elektromobilität nicht ein verbreiten operativer Hektik, um die Fehler der Vergangenheit zu kaschieren? Ist es der Anfang eines fatalen, weiteren Fehlers, denn auch die Entsorgung der Altakkus ist fraglich?

Ein schlauer Mix zwischen Bus und Bahn, hier schließe ich im Dienst befindliche Euro 6 Diesel nicht aus, bezahlbare Mieten in der Stadt und der Mut, dem Autoverkehr auch einmal etwas von seiner Vorrangstellung wegzunehmen, wären zeitgemäßer, als eine größtenteils auf Akkus basierende Verkehrswende mit aller Gewalt durchzusetzen ! Ein schönes Beispiel einer funktionierenden Verkehrspolitik ist Utrecht in den Niederlanden (https://bonnlab.de/utrecht-ein-modernes-maerchen/).

Diskutieren Sie mit mir über das Thema unter dem Stichwort Jürgen auf der Mail Adresse: verkehrswende@bonnlab.de

Nächste Woche erzähle ich Ihnen, wie Europa Einfluss auf unseren Nahverkehr hat, bleiben Sie am Ball!

Bildquellen: Solaris Bus GmbH Presseabteilung und TravelCoffeeBook Pixabay und Jürgen Huber