Über das BonnLab

Das BonnLAB

... ist ein Ort an dem Wir gemeinsam etwas für Unser lokales Umfeld erschaffen und ein Raum in dem Du Dich frei entfalten kannst. In einer gemütlichen und ansprechenden Atmosphäre treffen Wir Uns in einem „städtischen Wohnzimmer“ – dem Stadtlabor – , um Uns kennenzulernen, neue Freundschaften zu knüpfen, über Träume zu sprechen und gute Ideen in die Tat umzusetzen. Ein langfristiges Ziel ist die Mitwirkung bei stadtpolitischen Prozessen.

Um dies zu gewährleisten wurde im Juli 2016 die BonnLAB UG (eine sogenannte „Mini-GmbH“) gegründet. Sie bietet Dienstleistungen im Bereich der Digitalisierung und der Vermietung von Räumen an. Mittelfristiges Ziel der Unternehmergesellschaft ist bis 2020 zu expandieren und in jedem Bonner Stadtteil mindestens ein BonnLAB zu errichten, damit Du es für Deine Zwecke nutzen oder an Unserem KAINGA-Programm teilnehmen kannst.

Die BonnLAB UG verfolgt mit ihrem sozial-gesellschaftlichen Ansatz eine gemischte Preispolitik, die es jeder Person ermöglichen soll, die Vorzüge dieses Ortes nutzen zu können.

Historie

Seit Anfang Mai werden in Beuel Ideen gewälzt und Netzwerke gesponnen. Im BonnLAB feiert der gute alte Quartiersgedanke Renaissance.

Stadtentwicklung, das war einmal ein Feld, auf dem sich einige wenige Auserwählte tummelten. Entscheidungen wurden in der Regel ohne Beteiligung der breiten Bevölkerung gefällt. Und eine gute Stadt ließ sich vor allem an der Qualität des Wohnraums messen. Grüne Oasen, kinderfreundliche Plätze oder Orte der Begegnung waren allenfalls schmückendes Beiwerk.

Natürlich hat es auch damals schon »Menschen von der Straße« gegeben, die in Sachen Stadtplanung eigene Ideen hatten, die mehr wollten als nur schicke vier Wände und ein Fenster zum Rausschauen. Doch allzu selten schenkte man ihnen Gehör – sofern diese Ideen mangels Sprachrohr überhaupt jemals das eigene Wohnzimmer verließen.

Gut anderthalb Jahrzehnte in das 21. Jahrtausend hinein sieht die Lage ganz anders aus. Teilhabe an der Entwicklung des eigenen Lebensraums und dessen aktive Mitgestaltung sind durch das Internet und speziell die sozialen Medien möglicher geworden. Hier finden sich Gleichgesinnte, Austausch, Unterstützung und Bestärkung.

Vielerorts fehlt es jedoch an einer Übertragung dieser digitalen Chancen in die analoge Welt, an Gelegenheiten des Auge-in-Auge-Austauschs, des tatsächlichen Kontakts. In Beuel gibt es seit Anfang Mai einen Ort, der diese Möglichkeiten bietet. Ein Stadtlabor, in dem jeder herzlich willkommen ist, der Bonn ein bisschen besser machen möchte – das »BonnLAB«.

Auch mal was riskieren

Johanna Schäfer hat das Bonner Stadtlabor ins Leben gerufen. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit hatte sich die 24-jährige angehende Architektin mit Stadtentwicklung im Allgemeinen und Bonn im Speziellen beschäftigt. Sie entwickelte ein Konzept, das moderne Stadtentwicklungsthemen in insgesamt sechs Bereiche unterteilte, um so den Status Quo zu analysieren, eine Strategie zur Verbesserung zu entwickeln und deren Umsetzung anzugehen. Mit Blick auf das Beethovenjahr 2020 hatte sie die einzelnen Bereiche in Anlehnung an Bonns liebsten Sohn benannt: etwa »LudwigFun« für den kulturellen Teil, »BeetHöfe« für den architektonischen.

Nach erfolgreich absolvierter Bachelorarbeit taten sich der Beuelerin im vergangenen November dann zwei berufliche Wege auf: »Ich hatte die Wahl zwischen dem ungewissen Weg in die Selbstständigkeit und einer sicheren Vollzeitanstellung. Ich bin noch recht jung, da kann man auch mal was riskieren. Darum habe ich mich dazu entschieden mein eigenes Ding auszuprobieren.«

Und so transportierte sie ihre Bachelorarbeit in die Praxis. Für die Entstehung der Arbeit hatte Schäfer ein Büro zur kostenfreien Zwischennutzung an der Berliner Freiheit 36 bezogen. Hier war sie schnell in Kontakt mit interessierten Anwohnern gekommen, hatte sich mit ihnen ausgetauscht und deren Gedanken in die Arbeit mit einbezogen. Johanna Schäfer: »Die synergetische Qualität eines solchen Ortes wollte ich auf keinen Fall verlieren.

Das Haus an der Berliner Freiheit stand wegen geplanten Abrisses aber nicht mehr zur Verfügung. Darum habe ich mich nach etwas Neuem umgesehen.« In Beuels Zingsheimstraße 2, Ecke Limpericher Straße wurde sie in einem leerstehenden Ladenlokal fündig. Mit der Unterschrift unter den Mietvertrag war das BonnLAB geboren.