So geht Verkehrswende in Bonn

So geht  Verkehrswende in Bonn
Ich Berichte an dieser Stelle über eine Demo in der sogenannten Lohmeyer Schleife und anschliessender Podiumsdiskussion mit den im Rat vertretenen Parteien. Wobei der Name nicht Lohmeyer sondern Grünen Schleife heissen müsste, da es ja der Beschluss der GRÜNEN war, die Kaiserstrasse auf diese Art zu unterbrechen.

 

Die unglückliche Unterbrechung der Kaiserstrasse mit Umleitungen u.a. durch die Lennestrasse hat sehr schnell eine Bürgerinitiative auf den Plan gebracht, die sich durch sehr hohe Aktivität auszeichnet.

Am Freitag, dem 22. September nach der Klimademo mit 15.000 Teilnehmer*innen trafen sich Anwohner*innen und auch Auswärtige zu einer weiteren Demo im betroffenen Bereich, an der sich ca. 150 Gegner*innen der neuen Verkehrsplanung rund um die Kaiserstraße beteiligten.

In einer anschließend stattfindenden Podiumsdiskussion hatten Politiker*innen aller Couleur die Möglichkeit, sich den Bürger*innen zu stellen. Eingangs wurden die jeweiligen Standpunkte in weniger als 5 Minuten dargestellt. Hier eine Zusammenfassung:

 

 

Henriette Reinsberg (CDU)

Weil die CDU seit vielen Jahren für die Erreichung der Klimaziele ist, muss der City Ring bleiben. Für die Kaiserstraße habe man die beste Lösung erreicht. Es sei eine Illusion, den Autoverkehr kurzfristig zu unterbinden.

 

Hartwig Lohmeyer (Grüne)

Die Verringerung des MIV und alternative Antriebsarten seien für die Grünen wichtig. Sie plädieren den City Ring zu kappen, die Verkehrsführung der Kaiserstraße möge umgedreht werden. In der Politik müsse man Kompromisse machen, und deshalb diese nun erfolgte Lösung.

 

Frank Thomas (FDP)

Der City Ring muss für eine attraktive Innenstadt sein, er bedauert den Wegfall der Parkplätze und hält den Test der Kaiserstraße für sinnvoll

 

Holger Schmidt (Linke)

Der MIV muss aus der Innenstadt heraus. Rad und ÖPNV müssen gefördert werden. City Ring muss gekappt werden. Das Entfernen der Parkplätze ist das Ziel der Linken

 

Marcel Schmitt (BBB)

Stellte fest, das die Koalition am wackeln ist.Eine ökologische Entwicklung Bonns wird seit 10 Jahren blockiert. Die City muss erreichbar bleiben. Straßensperrungen sind Blödsinn.

 

Jochen Reeh-Schell (SPD)

Äußerte sich empört über die Art und Weise, wie hier mit den Bürger*innen umgegangen wurde.

Auf einen Bericht über die weitere Diskussion verzichte ich weitestgehend, denn mein Fazit ist, dass fast jeder der gefragten Politiker*innen immer wieder „rumgeeiert“ hat, statt eine konkrete Antwort auf die Fragen zu geben.

 

Einige Ausnahmen empfinde ich dann doch als erwähnenswert!

Frau Reinsberg spricht aus meiner Sicht eine deutliche Sprache in Richtung begreifen der Verkehrswende. „ Ich habe für die Erhöhung der VRS Tarife gestimmt, denn der ÖPNV wird immer teurer und muss finanziert werden“.

Ich frage mich, ob sie schon mal über die Kosten des Autoverkehrs nachgedacht hat, die durch Emissionen, Straßenabnutzung, Unfälle uvam. entstehen.

Auch die von der Initiative erhobenen Zahlen zum Verkehrsaufkommen in der Südstadt, die jeweils von mehreren Personen gemeinsam ermittelt wurden, sind sowohl von Herrn Lohmeyer als auch von Frau Reinsberg bezweifelt worden. An Ihre Stelle setzen sie „ihre Gefühlten“ Erkenntnisse bzw. Herr Lohmeyer „seine Erfahrung“. Da es keine Verkehrszählungsdaten aus früheren Zeiten gibt, werden diese Politiker als  Kriterien für die erfolgreichen Tests also allein ihre persönliche Wahrnehmung setzen. Denn neu gewonnene Zahlen können nicht verglichen werden.

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Es handelt sich hier um meine persönlichen Wahrnehmungen die ich so, wie ich sie verstanden habe, zu Papier gebracht habe. Text und Fotos sind Eigentum des Verfassers und dürfen auf Nachfrage verwendet werden. Da Beifall das Brot des Künstlers ist, wäre ein LIKE schön, wenn Sie mit mir diskutieren möchten, können Sie das gerne tun unter „verkehrswende@bonnlab.de.

Bis zum nächsten Artikel am 17. Oktober bleibe ich am Ball!