Schilda hat eine würdige Nachfolgerin! BONN

Ist die Verkehrswende in Bonn angekommen?

Das die Bürgerinitiative „Für eine lebenswerte Südstadt“ heute zu einer Versammlung einlädt, weil sich die Bürger*innen vor den Kopf gestossen fühlen, als auch das hin und her um die „Polung“ der Kaiserstrasse hat mich dazu bewogen, eine Sondermeldung am heutigen Donnerstag zu schreiben.

Heute für 19 Uhr lädt die Bürgerinitiative „Für eine lebenswerte Südstadt“ alle Anwohner*innen und Anlieger*innen zu einer Versammlung ins Café Orange, Fritz-Tillman-Straße 6, ein. Sie fühlen sich von der Entscheidung des Stadtrates bezüglich der Verkehrsführung auf der Kaiserstraße „vor den Kopf gestoßen“, da sie nicht in die Planung mit einbezogen wurden.

Nach dem Beschluss des Planungsausschusses sollte die Kaiserstrasse in Richtung Innenstadt nur noch für Fahrräder und Busse befahrbar sein, stadtauswärts sollte auch der motorisierte Individualverkehr (MIV) zugelassen werden.

In der später folgenden Ratssitzung wurde ein neuer, genau entgegengesetzt funktionierender Vorschlag des Herrn OB in die Tat umgesetzt, den MIV Richtung Innenstadt zuzulassen, stadtauswärts eine Busspur einzurichten. Sein Argument als Bonner OB und Präsident des internationalen Städtenetzwerks für Nachhaltigkeit (ICLEI) bestand darin, es müsse einen Bypass für die Adenauerallee Richtung Innenstadt geben. Ob das im Sinne einer Verkehrswende ist, sei mal dahingestellt.

Laut meiner Information setzten dann die GRÜNEN durch, die Kaiserstrasse ab Nassestrasse für den MIV zu sperren. Das bedeutet im Klartext, die Nassestrasse, als Fahrradstrasse ausgewiesen ( somit Tempo 30), müsste den „Bypassverkehr“ aus der Kaiserstrasse auffangen. Das kann sie aber nicht, und es bedarf nicht der Glaskugel, sich die Szenerie auszumalen, die geschehen wird. Die Kaiserstrasse wird als „Bypass“ für die Adenauerallee benutzt, der MIV ist gezwungen, rechts in die Nassestrasse abzubiegen. Hier kommen aber häufiger Radfahrer entgegen, der MIV muss warten, der Verkehr staut sich in der Kaiserstrasse.  Der Bus steht an einer zusätzlichen Stelle im Stau. Und das ist im äußersten Maße kontraproduktiv zu den Bemühungen, die Autofahrer*innen zum Umstieg auf Bus und Bahn zu bewegen.

Schilda hat eine würdige Nachfolgerin! BONN

Kommen wir zurück zum Anfang der Geschichte: Die Bürger*innen der Südstadt fühlen sich zurecht vor den Kopf gestossen, denn mit ihnen ist nicht gesprochen worden. Auch nach den Beobachtungen des Verfassers im „Bürgerausschuss“ scheinen einige Parteien in der Jamaika Koalition nicht sonderlich viel von den Meinungen der Bürger*innen zu halten. So wurden Vorträge der Bürger*innen aus angeblichem Zeitmangel abgewürgt, vortragende wurden massiv angegangen. Einmal wurde im Vorfeld ein Bürger gefragt, was er denn eigentlich hier wolle, die Fraktion würde den Antrag sowieso ablehnen.

So geht das nicht, meine Damen und Herren, die Bürger*innen sollen und müssen in Projekte mit einbezogen werden. Das dieses funktioniert, sehen wir beim Bau der Mainzelbahn, hier begleiteten Bürger*innen das Projekt über den Bau hinaus und machten sinnvolle Vorschläge, die dann auch umgesetzt wurden.

https://bonnlab.de/die-hardtbergbahn-soll-kommen/

Fazit: Eine richtige Verkehrswende geht anders. Ohne betroffene Bürger*innen mit in die Projekte einzubeziehen, geht nichts weiter.