Protest in der Südstadt formiert sich

Protest in der Südstadt formiert sich

Das es in Bonn für Rat und Verwaltung nicht mehr so einfach ist, die Bürger*innen zu übergehen, zeigte am Donnerstag, dem 11. Juli eindrucksvoll die Versammlung der Initiative für eine lebenswerte Südstadt! Im Café Orange fanden sich ca. 100 Bürger*innen, Vertreter des Einzelhandelsverbandes, des ADFC, des Asta und Arithmeums ein, um sich über den Ratsbeschluss zum erweiterten City Ring und zur Kaiserstrasse und die nicht erfolgte Bürgerbeteiligung zu unterhalten. Ich erinnere, es ging um die nach langem Hickhack beschlossenen Verkehrsführung der Kaiserstrasse. Der motorisierte Individualverkehr soll aus Süden kommend von der Kaiserstraße durch die Nassestraße, Lennéstraße, Fritz-Tillmann-Straße wieder auf die Kaiserstraße geführt werden.

Ein Resümee der Veranstaltung war, dass hier Beschlüsse ohne jeden Sachverstand gefasst wurden. „Es kann nur um den Erhalt der Koalition und nicht um vernünftige Verkehrsplanung gegangen sein, als einzelne Stadtverordnete kurz vor dem Ratsbeschluss alle Varianten der Verwaltung und des entsprechenden Ausschusses über den Haufen schmissen, um diesen Unsinn zu beschließen“.

Absolutes Unverständnis herrschte auf der Versammlung über die Ablehnung der Bürgerbeteiligung durch den Rat und die Bezirksvertretung. Diese hatte Oberbürgermeister Sridharan der Initiative in einem persönlichen Gespräch fest versprochen. „Die Äußerungen einiger Ratsmitglieder der Jamaika-Koalition diesbezüglich sind beschämend und lassen uns an deren demokratischen Verständnis stark zweifeln“ so die Initiative. Anlässlich der Sitzung der Bezirksvertretung am 3. September wird ein Protestmarsch von der Südstadt zum Rathaus geplant und eine große Kundgebung am 20. September 2019 am Arithmeum. (Über Details informiere ich in den Montags erscheinenden Mobilitätsterminen).

Die Initiative hat seit ihrer Gründung das Gespräch mit der Politik und Interessenverbänden gesucht, um die Bürger zu informieren und an verträglichen Lösungen mitzuwirken. „Damals hat kein Mensch damit gerechnet, dass der Rat einen Beschluss fasst, den Verkehr der Kaiserstraße auch noch durch das Viertel zu führen“.

Die Anwesenden unterstützen das Bestreben der Stadt den Radverkehr zu fördern. Die Verlagerung des Individualverkehrs in ein Wohngebiet mit 5 Kitas, einer Grundschule und OGS und reichlich Fahrradverkehr sowie tausenden von Studenten auf dem Weg zur Mensa wurde schlicht weg als völlig absurd bezeichnet. Zudem soll in den nächsten Jahren in der Nassestraße eine Großbaustelle entstehen, sollte die Mensa dort abgerissen und neu gebaut werden.

Was hat das nun mit dem ÖPNV zu tun? Die Nassestrasse, als Fahrradstrasse ausgewiesen ( somit Tempo 30), müsste den „Bypassverkehr“ aus der Kaiserstrasse auffangen. Das kann sie aber nicht, und es bedarf nicht der Glaskugel, sich die Szenerie auszumalen, die geschehen wird. Die Kaiserstrasse wird als „Bypass“ für die Adenauerallee benutzt, der MIV ist gezwungen, rechts in die Nassestrasse abzubiegen. Hier kommen aber häufiger Radfahrer entgegen, der MIV muss warten, der Verkehr staut sich in der Kaiserstrasse.  Der Bus steht an einer zusätzlichen Stelle im Stau. Und das ist im äußersten Maße kontraproduktiv zu den Bemühungen, die Autofahrer*innen zum Umstieg auf Bus und Bahn zu bewegen.

Die beiden Bilder unten:

Der „rechtsabiegepunkt“ von der Kaiser- in die Nassestrasse und der weitere Weg zur Lennestrasse!

Protest in der Südstadt formiert sich

Hier geht es aus der Kaiserstrasse rechts ab in die Nassestrasse

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Das wäre dann ser weiter Weg durch die enge Fahrradstrasse, genannt Nassestrasse

 

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Der „linksabbieger“ in die Lennestrasse von derselbigen gesehen und die Lennestrasse

Protest in der Südstadt formiert sich

Hier geht es aus der Kaiserstrasse rechts ab in die Nassestrasse

Protest in der Südstadt formiert sich

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Bahnübergang an der Königsstrasse kann dann geschlossen werden, denn stadtauswärts gibt es nur eine Rad- und Busspur und stadteinwärts geht ja ab Nassestrasse nur Bus und Rad! Oder haben unsere großartigen Planer das schlichtweg vergessen?

Protest in der Südstadt formiert sich Protest in der Südstadt formiert sich