Lüttich baut eine Tram

Lüttich baut eine Tram

Lüttich bekommt wieder eine Tram Bahn

Im Jahre 1967 fuhr die letzte Tram im belgischen Städtchen Lüttich, weil hier, wie in vielen europäischen Städten, die Meinung vorherrschte, ein Bus sei vorteilhafter als eine Tram. Das hat vermutlich in diesen Zeiten sogar gestimmt, denn der Bus war unabhängig von Schienen, konnte daher Hindernissen besser ausweichen, kam durch engere Gassen.

Lüttich baut eine TramDas Jahr 2019 stellt veränderte Anforderungen an den ÖPNV, der Verkehr auf der Straße hat zugenommen, der Ruf nach reiner Luft ist lauter geworden. Und in diesem Jahr wird in Lüttich nun ein 10 Jahre altes Projekt verwirklicht, denn laut meinen Informationen ist nun der Bauauftrag an ein belgisch-spanisches Konsortium vergeben, welches auch schon die Tram in Sevilla gebaut hat. Hier hat man schon vor einem Jahrzehnt die Notwendigkeit einer Tram erkannt.

In Lüttich (knapp 200.000 Einwohner) soll laut neuesten Informationen in Kürze der Bau der 12 Kilometer langen Strecke, vom Fußballstadion in Sclessin via Hauptbahnhof und die Innenstadt bis zur Messe in Coronmeuse, beginnen. Dabei sollen Busspuren und ein alter, bisher nicht fertiggestelltem Tunnel mit einbezogen werden. Die Europäische Investitionsbank (EIB) gibt einen 30 jährigen Kredit in Höhe von 200 Mio. Euro, mehr als die Hälfte der Baukosten von 360 Mio. Euro, aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI).

Von den 300 Fahrgästen fassenden Zügen erhoffen sich der Betreiber als auch die Lüttich baut eine Trambefragten Fahrgäste einen schnelleren Weg von einem Ende der Stadt zum Anderen in weniger überfüllten Verkehrsmitteln. Als weiteres Ziel ist angestrebt, die Busse ganz aus dem Zentrum zu verbannen.

Auch die französische Stadt Rouen in der Normandie mit gut 110.000 Einwohnern hat schon im Jahre 1994 die 1953 stillgelegte Tram wiederbelebt! Auch in der südfranzösischen Stadt Nizza (ca. 350.000 Einwohner) trifft man seit 2007 futuristisch aussehende Trambahnen an.

Warum schreibe ich diesen Artikel, wo Bonn (ca. 330.000 Einwohner) doch schon Trambahnen hat? Weil es meiner Meinung nach kein umweltfreundlicheres und effektiveres Massenverkehrsmittel als die Trambahn gibt. Das bedingt allerdings eine elektrische Energiegewinnung aus regenerativem Strom. Und im hoffnungsvollen Plan „Lead City“ der Stadt Bonn finde ich sehr interessante Ansätze zum Thema Tram Bahn.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten wird über die Hardtbergbahn diskutiert, die vom Hauptbahnhof zum Brüser Berg führen soll. Auch in Bonn gibt es einen alten Tunnel, der Lüttich baut eine Trammeines Wissens genau für diese Bahn gegraben wurde. Die „Tunnelitis“ ist allerdings in Bonn wohl schon „begraben“ worden.

Eine Verlängerung der Strassenbahnlinie 61 vom Auerberg über Buschdorf zum Tannenbusch.

Eine Streckenverlängerung der Linien 61 und 62 von Dottendorf über Friesdorf nach Bad Godesberg.

Ein neuer Streckenabzweig Beuel über Pützchen nach Holzlar.

Eine Verbindungskurve für eine Linie Beuel über Rheinaue nach Bad Godesberg.

Und zum guten Schluss eine Verlängerung der Stadtbahn von Godesberg nach Mehlem, die auch schon seit dem Bau der U-Bahn geplant ist, die Rampe soll schon fertig sein.

Nicht zu finden ist eine wichtige Stadtbahnverbindung von Bonn über Niederkassel nach Köln.

Das sind gute Pläne, die schnellstmöglich verwirklicht werden müssen, denn wer die letzten Tage in Bonn unterwegs war, egal auf welche Weise, dem ist klar, was uns beim Umbau des Tausendfüßlers bevorsteht!

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Haben Sie weitere Ideen, welche Themen wir anpacken sollen? Dann schreiben Sie mir doch bitte unter verkehrswende@bonnlab.de eine Mail oder einen Kommentar auf unserer Facebook Seite.

Ihr Jürgen Huber V.i.S.d.P.

 

Wir danken Pixabay  für die freundliche Bereitstellung der Bilder