Fahren mit Wasser(stoff)antrieb?

Fahren mit Wasser(stoff)antrieb?

In einer der letzten Wochen berichtete ich, das Wasserstoff einen Zug antreibt. So müsste es doch auch möglich sein, einen Linien-Bus damit anzutreiben. Und ja, es ist möglich, es fahren vereinzelt auch schon Brennstoffzellenbusse bei einigen Verkehrsbetrieben.

Fahren mit Wasser(stoff)antrieb?Der Grundstein für die größte Brennstoffzellenbusflotte Deutschlands wurde hier ganz in der Nähe gelegt, nämlich beim Regionalverkehr in Köln! Hier ist die Anschaffung von 30 Bussen für dieses Jahr geplant. Nicht nur die Anschaffung der Busse, sondern auch die Installation einer Infrastruktur zum Betanken dieser Busse, die sie auch anderen Betreibern zur Mitnutzung anbietet! Das könnte doch als Anreiz für die Stadt Bonn gelten, anstelle der Batteriebusse doch einmal über Brennstoffzellenbusse nachzudenken.

Und aus Wuppertal kommt gerade die Meldung, dass ab Juni der erste Bus mit Brennstoffzellen-Technologie im Wuppertaler Nahverkehr eingesetzt werden soll. In der Folge wird geplant, jeden Monat ein weiteres Fahrzeug anzuschaffen. Ihr Einsatzgebiet ist dort, wo besonders hohe Stickstoffdioxidwerte gemessen werden. Die Kosten für die Beschaffung der Fahrzeuge sowie den Bau der Produktionsanlage für Wasserstoff belaufen sich auf insgesamt 12 Millionen Euro. Ein großer Teil davon wird von der EU sowie mit Bundes- und Landesmitteln gefördert.

Fahren mit Wasser(stoff)antrieb?Leider gab es in der Vergangenheit auch negative Berichte, die uns zu denken geben sollten. So werden in Hamburg vier, im Jahre 2010 angeschaffte Brennstoffzellenbusse wieder ausgemustert. Laut NDR Angaben konnte den Betreibern zum Zeitpunkt der Ausschreibung im Jahre 2017/18 kein Hersteller eine serienmäßige Lieferung der Brennstoffzellenbusse garantieren. Doch das ist ja, wie oben zu sehen, nun Geschichte, denn die belgische Firma „Van Hool“ baut die Busse (insgesamt 40 Stück!) für Köln und Wuppertal, die polnische Firma Solaris bringt noch dieses Jahr den Urbino 12 Hydrogen zur Serienreife. Hier sei die Frage gestattet, wieso es in Deutschland keine serienreifen Busse mit Wasserstoffantrieb gibt?

Die in Hamburg ausgemusterten Brennstoffzellenbusse würden erst einmal durch batteriebetriebene Busse ersetzt, deren Reichweite allerdings weit hinter dem Brennstoffzellenbus zurückliegt. Sowohl die Herstellung als auch die Entsorgung der Batterien ist vom Umweltstandpunkt äußerst problematisch. Auf dieses Thema kommen wir in einem späteren Beitrag noch genauer zurück.

Fahren mit Wasser(stoff)antrieb?Es ist ausdrücklich zu bemerken, dass es nach Meinung des Verfassers keine umweltfreundlicheren Massenverkehrsmittel gibt wie den in Wuppertal verkehrenden, in Bonn vor Jahrzehnten abgeschafften O(berleitungs)-Bus, die auch in Bonn teilweise abgeschaffte Straßenbahn (Linie 3 Poppelsdorf) und die elektrisch angetriebene Eisenbahn! Ist es bei der Eisenbahn noch realistisch, den Fahrdraht zu installieren, auch noch in Teilen einer Stadt, ist es auf dem Land aberwitzig, über Oberleitungsfahrzeuge nachzudenken, und so hat Regionalverkehr Köln mit dem Brennstoffzellenbus vollkommen richtig gehandelt.

Was meinen Sie zu dem Thema Brennstoffzellenantrieb, schreiben Sie mir unter dem Stichwort H2O an verkehrswende@bonnlab.de. Auch andere Themen die Sie interessieren, können Sie mir nennen.

Bildnachweis: Alle Bilder zum Brennstoffzellenbus wurden freundlicherweise von der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) zur Verfügung gestellt. Das O-Bus Bild stammt von Thomas Wolter auf Pixabay