Eine Fußgängerampel ist als „Schuldige“ identifiziert

Vorstellung des Autors "Bus und Bahn" oder auch ÖPNV

Mein Bericht zum heutigen Tage wird Ihnen verdeutlichen, wie eine Fußgängerampel in Beuel einen Stau in der Bonner Adenauerallee verursacht. Jedenfalls nach Meinung einiger Politiker*innen der in Bonn regierenden Jamaika Koalition, und wie sie uns verkauft wird.

In einem Gespräch mit einem Politiker der Jamaika Koalition zum Thema Kaiserstraße vernahm ich u.A. folgenden Satz: „ Der Stau in der Adenauerallee wird durch eine Fußgängerampel in Beuel verursacht“! Dieser Aussage bin ich nachgegangen, und in der Tat, in Beuel soll die Fußgängerampel zwischen Gottfried-Claren-Straße und von-Sandt-Straße abgeschaltet werden, aber nicht wegen des Staus auf der Adenauerallee, sondern um die Bahnen und Busse schneller zu machen.

Grund genug für eine Delegation des Verkehrsforums Bonn (https://www.bonn.de/medien-global/amt-56/lokale-agenda/Verkehrsforum_Bonner_Buergerinitiativen.pdf) und der Initiative Verkehrswende Bonn, sich zu einem Ortstermin an eben dieser Ampel zu treffen. Seien Sie erstaunt über das Ergebnis: Die Ampel aus Richtung Kennedybrücke, einmal in Richtung Siegburg, aber auch als Rechtsabbieger zur Friedrich Breuer Straße, ist insgesamt eine Minute rot. Den Fußgängern bleiben davon genau 20 Sekunden zur Überquerung der Straße, nach einer Räumphase bekommen die Linksabbieger aus der Friedrich Breuer Straße zur Kennedybrücke grün! Diese Ampel ist also keine reine Fußgängerampel, sondern regelt auch den Verkehr aus der Friedrich Breuer Straße.

Eine weitere Beobachtung des Verkehrs ergab folgenden Lösungsansatz: Von der einspurigen Verkehrsführung auf der Kennedybrücke geht die B 56 nach verlassen der Rampe zweispurig weiter. Diese beiden Spuren könnten geteilt werden in eine Geradeausspur Richtung Siegburg und eine Rechtsabbiegespur in Richtung Friedrich Breuer Straße. Nach den 20 Sekunden Grün für die Fußgänger und der Räumphase könnten die Rechtsabbieger durch Ampelschaltung schon mal losfahren, es würde dem Linienverkehr einen Zeitvorteil von 30 Sekunden bringen und den restlichen Verkehr entspannen! Auch die gerade aus fahrenden Radfahrer*innen Richtung Siegburg wären weniger gefährdet, denn der rechtsabiegende Verkehr ist ja schon abgewickelt!

Fazit:

Die St. Augustinerstraße führt mitten durch das dicht besiedelte Zentrum Beuels; es ist nicht bürgerfreundlich, die trennende Wirkung dieser Autotrasse noch zu verstärken, indem man eine viel genutzte Fußgängerquerung wegnimmt. Die sinnvollere Lösung ist einen Rechtsabbieger einzurichten, der viel mehr Zeit spart als der Wegfall der Fußgängerampel. Der ÖPNV in Richtung Hermanstraße würde ca. 30 Sekunden Zeit gewinnen. Und es kostet nur ein wenig gelbe Markierung und eine zusätzliche Ampel mit Hinweisschildern. Dieses Geld ist wesentlich sinnvoller eingesetzt als die Millionen, die wir in der Beethovenhalle versenkt haben.