Eine Fahrt mit dem Wasserstoffbus

Eine Fahrt mit dem Wasserstoffbus

Zwischen „Hürth Mitte ZOB“ und „Hermülheim Stadtbahn“ unterwegs

Ein leises Summen verkündet seine Ankunft, so wie es die Radfahrer*innen hören, wenn sie sich einen Berg hinauf kämpfen und von einem E-Bike überholt werden. Denn der Bus, den ich heute benutze, ist ein wasserstoffangetriebener Linienbus. Zwei Busse des Types „Van Hool 330“ wurden von der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) im Jahre 2014 als Vorserienmodell von dem belgischen Hersteller angeschafft.

Aufgrund der guten Erfahrungen mit diesen beiden Fahrzeugen erhielt Van Hool von der RVK den Auftrag, ab diesem Frühjahr 30 Busse dieses Typs herzustellen und ab Sommer auszuliefern. Dieses ist die größte Bestellung für Wasserstoffbusse, die jemals in Europa getätigt wurde und ein nicht unerheblicher Beitrag zum Umweltschutz.

Eine Fahrt mit dem WasserstoffbusAuf dem Dach befinden sich die Wasserstofftanks und die Hochvoltbatterie. Die Brennstoffzelle vom Typ FCvelocity-HD6+ ist im Heck verbaut. Zudem werden zwei Elektromotoren mit je 85 kW angetrieben.

Die Brennstoffzelle wird ebenfalls von einer Batterie versorgt, die dem Motor bei Bedarf zusätzliche Kraft verleiht. Bremst der Bus, wird der Motor zum Generator „umgepolt“ und versorgt die Batterie ebenfalls mit elektrischer Energie.

Die bestellten Busse sind etwas kürzer als der auf den Fotos zu sehende Bus und haben hinten nur eine Achse.

Eine Fahrt mit dem WasserstoffbusDer Bus kann 33 sitzende  und 67 stehende Personen befördern und hat Platz für einen Rollstuhlfahrer  sowie einen Kinderwagen gleichzeitig.

Die von mir interviewten Fahrgäste zeigten sich sehr zufrieden mit dem Komfort des Busses und der geringen Geräuschbelastung. Dass hier im Gebiet des Umweltschutzes ein großer Beitrag geleistet wird, haben sie stolz verkündet.

Als Anwohner einer Straße mit regem Busverkehr wünsche ich mir in Bonn sehnlichst die Einführung dieser leisen Busse.

Eine Fahrt mit dem WasserstoffbusAls Bonbönchen kommt noch obendrauf, dass der Wasserstoff in unmittelbarer Nähe des Einsatzortes Hürth hergestellt wird, eigentlich ist hergestellt in diesem Falle die falsche Ansage, denn der hier getankte Wasserstoff ist ein Abfallprodukt der chemischen Industrie.

In einer Brennstoffzelle reagieren Wasserstoff (H2) – der gasförmig bei 350 bar in den Tanks auf dem Dach mitgeführt wird – und Sauerstoff (O) – der aus der Umgebungsluft gefiltert wird – unter der Abgabe von elektrischer Energie und Wärme zu Wasser (H2O). Der so produzierte Strom kann in einer Hochvolt-Batterie zwischengespeichert oder direkt dem Elektromotor zum Vortrieb zugeführt werden. Die Busse fahren somit rein elektrisch, wobei die einzige „Emission“ reines Wasser bzw. Wasserdampf ist.

Eine Fahrt mit dem WasserstoffbusDie RVK hat nach Meinung des Verfassers einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, weg vom batteriebetriebenen Fahrzeug, denn der Lithiumabbau zerstört in den Abbauländern Umwelt und Existenzen.

Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Regionalverkehr Köln GmbH für die freundliche Unterstützung bei der Vorbereitung der Mitfahrt und die kompetenten Auskünfte bei der Recherche.

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vielen Dank Ihr

Jürgen Huber