Das Wiener Modell

Das Wiener Modell

Linie 62 Station Hofwiesengasse Fahrtrichtung Karlsplatz

Das Wiener Modell

Wenn Sie in Ihrer Suchmaschine „Wiener Modell“ eingeben, findet sich dort nur Gutes! Zum einen ein Projekt zum günstigen Wohnen, und zum anderen ein Projekt zum öffentlichen Nahverkehr.

Das Wiener Modell

Linie 26 Hausfeldstraße

Die Rot/Grüne Regierung der Stadt Wien verbilligte im Mai 2012 die Jahrestickets für den Stadtbereich Wien (ehemals Zone 100) von 449 € auf 365 €. Daraus folgte ein Anstieg der Jahreskartenbesitzer von 363.000 zum Ende 2018 auf 822.000 an. Heute befördern Bus und Bahn in Wien täglich 2,6 Millionen Fahrgäste, und die öffentlichen Verkehrsmittel (Öffis) befinden sich im Ranking vor den Autos! So werden 39 % der Wege mit Bus oder Bahn erledigt , 27 % mit dem Auto. Zu Fuß legten die Wiener ebenfalls 27%, dank gut ausgebauter Radwege 7 % mit dem Fahrrad zurück. (Zahlenquelle Süddeutsche Zeitung)

Nur mit einem günstigen Ticket allein wechselt der Autofahrer nicht unbedingt zu Bus und Bahn, wie aktuell der schleppende Verkauf des 365 € Tickets in Bonn zeigt. Wien hat stark investiert, Linien wurden ausgebaut und der Takt verdichtet.

Das Wiener Modell

Xl Bus auf Linie 26A in Kagran

Je mehr die Öffis benutzt werden, umso höher wird der Betriebsaufwand, mehr Fahrzeuge, mehr Fahrer*innen und ein höherer Wartungsaufwand. So musste die Stadt Wien in den Jahren nach Einführung des 365 € Tickets den Verkehrsbetrieben 51 Millionen Euro zusätzlich überweisen!

Aber ein ausruhen auf den Lorbeeren kommt in Wien nicht in Frage, es werden in diesem Jahr weitere 435 Millionen für die sogenannten „Öffis“ investiert, zum Ausbau der Linien und der Anschaffung neuer Fahrzeuge. Denen ist saubere Luft wirklich viel Wert!

Wie auch in Bonn gilt das 365 € Ticket nur im Stadtgebiet, aber das ist in Wien dreimal so groß. Auch die hier angegebenen Zahlen sollten Sie nicht erschrecken, Bonn steht mit 325.000 Einwohnern gegen Wien mit 1.900.000 Einwohnern, also hier in Bonn nur ein sechstel soviel!

Das Wiener Modell

Linie 5 Alserbachstraße Fahrtrichtung Westbahnhof

Nach Meinung des Verfassers ist eine solch radikale Verkehrswende in Bonn auch notwendig, denn ich erinnere daran, das wir in NRW an erster Stelle mit den Staustunden stehen! Je mehr Pendler*innen den ÖPNV nutzen, je weniger Stau gibt es in Bonn und umso lebenswerter wird unsere Stadt wieder.

Ob nun ein radikaler Wechsel der Ratsparteien in Bonn ein Wiener Modell möglich machen, ist noch nicht beantwortet, meine Beobachtungen auf den Stadtrat- bzw. Ausschusssitzungen lassen aber hoffen.

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Ich danke der „Wiener Linien GMBH & CO KG“ für die freundliche Überlassung des Bildmaterials als auch der Zahlenwerte