Das Rad, die Verkehrswende !

Das Rad, die Verkehrswende !

Liebe Radfreunde,

mein Name ist Fritz Schwirz und ich arbeite ehrenamtlich im Team „Verkehrswende Bonn“.

Mit der hier beginnenden Artikelserie zum Radfahren in Bonn soll der wachsende Radverkehr besondere Beachtung finden. In Bonn und in vielen europäischen Städten ist Fahrradfahren nach wie vor lebensgefährlich und daran muss sich etwas ändern.

Mit ausführlichen Berichten und Analysen bekommen Leser hier regelmäßig Informationen über den Radverkehr in Bonn im Allgemeinen und den Bedingungen im Besonderen.

Am Schluss der Artikel gebe ich einen Ausblick auf das nächste Thema. Vorschläge, Meinungen und Anregungen zu diesem Thema nehme ich gern entgegen.

Zum Auftakt 3 Beispiele über die Radinfrastruktur in Bonn.

Wie stellt sich die ausgerufene Fahrradhauptstadt 2020 heute dar.

Beispiel 1, Radabstellplätze sind in Bonn Mangelware

Die folgenden Fotos zeigen das ganze Dilemma.

Entweder fehlen Radabstellplätze oder sie sind Mangelware und voll besetzt. Eine Besserung ist nicht zu erwarten. Auch wenn die Stadtverwaltung guten Willen zeigt.

Das Rad, die Verkehrswende !     Das Rad, die Verkehrswende !

Ein Gegenbeispiel, die Stadt Utrecht, Niederlande, mit 350.00 Einwohnern

Etwa 125.000 Fahrradfahrer sind jeden Tag in Utrecht unterwegs, das ist grob ein Drittel der Bevölkerung.Laut Stadtverwaltung werden hier 43 Prozent aller Fahrten unter 7,5 Kilometern mit dem Fahrrad zurückgelegt und circa 60 Prozent aller Fahrten im Stadtzentrum. Im Gegensatz dazu fahren Deutschland gerade einmal 23 Prozent Kurzstrecken mit dem Rad.

In Utrecht wird trotz hoher Mobilität im Straßenverkehr enorm viel CO2 eingespart.

Vor allem der Bau eines neuen Fahrrad-Parkhauses mit 33.000 Stellplätzen  im Endausbau bis 2020 ist beeindruckend. Am besseren Wetter kann dieser Erfolg nicht liegen. Bonn hat im Durchschnitt 12 Regentage / Monat und Utrecht 16 Tage / Monat.

Beispiel 2, Fahrradstraßen müssen schneller umgesetzt werden.

Auf Fahrradstraßen hat der Fahrradverkehr uneingeschränkte Vorfahrt gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern. Das Tempolimit liegt bei 30 km/h.

Die Stadt Bonn hat im Jahr 2012 107 Fahrradstraßen geplant und davon in den letzten 7 Jahren 41 Fahrradstraßen eingerichtet. Bei diesem „rasanten“ Tempo wird es noch bis in das Jahr 2030 dauern, die anderen 66 Straßen freizugeben. Auch hier führt Stückwerk nicht zu einer ganzen Lösung. Eine Ausweitung auf alle Straßen ist in der nahen Zukunft notwendig, denn die -Durchschnittsgeschwindigkeit- von PKW in Städten liegt bei 23 km/h, zB. Köln.

In Bonn liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit auf verschiedenen Strecken zur Hauptverkehrszeit im Durchschnitt bei 9 km/h. (Eigene Messungen.)

Beispiel 3, Radfahren auf Bonner Straßen

Zum Abschluss noch ein Thema, welches hier angerissen und im nächsten Artikel weiter behandelt wird. Das Radfahren auf der Straße ist gefährlich. Damit sind die weiß gestrichelten Markierungen auf der Fahrbahn gemeint, die offiziell “Schutzstreifen“ heißen.

Damit drängt man die  Radfahrer*Innen unrechtmäßig in eine Gefahrenzone. Die Schutzstreifen sind gemäß Verwaltungsrichtlinie  mit 1,50 m Breite auf den Straßen zu kennzeichnen, mindestens jedoch mit einer Breite von1,30 m.Auf Bonns Straßen und anderenorts wird die Mindestbreite in der Regel weit unterschritten.

Foto einer Bonner Straße

Das Rad, die Verkehrswende !

Der Autoverkehr soll möglichst breite Straßen zur Verfügung haben.

Die Stadtverwaltungen haben allerdings die Möglichkeit diese Schutzstreifen an die schmalen Straßen in den Städten anzupassen, denn diese Schutzstreifen müssen von den Radfahrer*Innen nicht zwingend in ihren engen Grenzen genutzt werden.

Dieses wichtige Thema wird im Folgeartikel weiter ausführlich erklärt und behandelt.

Ausblick;

Wie können Veränderungen und Verbesserungen den Radverkehr in Bonn attraktiver machen. Was muss geschehen und wer setzt es um?

Eure Ideen und Vorschläge könnt ihr mir bereits jetzt schreiben.

Eine gute Zeit wünscht Fritz