Bonn, Berlin, Hamburg oder Leipzig – immer wieder sorgen tödliche Unfälle mit Radfahrern für Schlagzeilen.

Bonn, Berlin, Hamburg oder Leipzig - immer wieder sorgen tödliche Unfälle mit Radfahrern für Schlagzeilen.

 

Seit Jahren sinkt die Zahl der Verkehrstoten insgesamt, bei Radfahrern ist sie zuletzt gestiegen.

Woran liegt das?

 

Vorab ein Auszug des ADFC-Fahrradklima-Test 2018,

Auswertung für Bonn: Schulnoten 1 bis 6.

4, 5   Sicherheitsgefühl

4,7    Konflikte mit Kfz

4,8    Fahren auf Radwegen & Randstreifen

5,1    Breite der Radwege

5,2    Falschparkerkontrolle auf Radwegen

Die gesamtdeutschen Radunfälle in 2017 mit Autobeteiligung und Personenschäden sind

49.300

Seit mehr als 20 Jahren hat die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland stetig abgenommen. Von 8549 Getöteten im Jahr 1997 sank sie auf 3180 im Jahr 2017. Erst im vergangenen Jahr nahm die Zahl wieder zu. Knapp 100 Menschen mehr starben im Straßenverkehr.

Der Grund: Die Zahl der Radunfälle ist gestiegen. Während insgesamt weniger Autofahrer und Fußgänger getötet wurden, stieg die Zahl der toten Radler: 50 Fahrradfahrer wurden im Jahr 2018 mehr getötet, insgesamt waren es 432. Vor allem Jugendliche sind betroffen. Obwohl sie nur knapp acht Prozent der Bevölkerung ausmachen, sind mehr als zwölf Prozent der Getöteten zwischen 18 und 24 Jahre alt.

Bundesweiter Trend.

Grund 1:  Es ist mehr los auf den Straßen

Besonders Städte stellt diese Entwicklung vor ein Problem: Mit 68 Prozent geschehen die meisten Unfälle innerorts. Hier konkurrieren immer mehr Fußgänger, Radfahrer, Autos oder Busse um den Platz auf der Straße. Doch der reicht nicht mehr aus.

Grund 2:  Die Infrastruktur ist schlecht ausgebaut

Die wenigsten Städte sind für diese Entwicklung gut vorbereitet. Die Infrastruktur sei nicht gut ausgebaut.

Und das treffe insbesondere die Radfahrer. Falschparken führe dazu, dass Radfahrer ausweichen müssten und somit ihr Unfallrisiko erhöhten.

Die Kreuzungsbereiche sind am gefährlichsten.

Und wenn es um die Frage geht, wie Raum geschaffen werden kann, wird es auch politisch, denn man müsste den Autos Platz wegnehmen.

Dennoch gäbe es auch einfache Maßnahmen, die die Unfallzahlen reduzieren könnten, sagt Fohmann. „Man kann zum Beispiel die Straßenverkehrsordnung verändern und den Mindestabstand beim Überholen gesetzlich regeln.

Oder als „Sofortlösung“ einen der neuen Sicherheits-Abstandhalter für Fahrräder vom BonnLAB einsetzen, die den Überholabstand regulieren.

Grund 3:  Die Zahl der Pedelec-Fahrer hat zugenommen

Bei 99 der 432 tödlichen Radunfälle gab es gar keinen weiteren Beteiligten. „Auch wenn dann einmal ein Pfosten irgendwo steht, muss man eigentlich voraussetzen, dass der Fahrer vorausschauend fährt.

Die Geschwindigkeit, gerade für ältere Radler*innen ist zu hoch.

Debatte über Helmpflicht

Ein weiterer Punkt in der Frage von mehr Sicherheit für Radfahrer ist umstritten: eine mögliche Helmpflicht. 2018 trugen nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen 18 Prozent aller Radfahrer einen Schutzhelm.

Eine Untersuchung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie ergab 2017, dass es bei rund 25 Prozent aller Fahrradunfälle Kopfverletzungen gibt. Fahrradfahrer, die nach einem Unfall in Lebensgefahr schweben, sind aber in mehr als 70 Prozent aller Fälle schwer am Kopf verletzt. Das Tragen eines Helmes wird Fahrradfahrern unter anderem von Ärzten daher empfohlen. Eine Helmpflicht gibt es aber nicht.

Von Melanie Katharina Marks mit Statistik für Tagesschau.de

Von Fritz Schwirz in 14 Tagen wichtige Einzelheiten über den Radverkehr in Bonn.